Nebenkosten beim Hauskauf

Die Zinsen sind immer noch immer phänomenal niedrig. Warum also viel Geld für Miete ausgeben, das Sie nie im Leben wiedersehen werden? Ein Hausbesitzer zahlt seinen Abtrag sozusagen aufs eigene Konto und legt das Geld inflations- und krisensicher an.

Aber Vorsicht bei der Finanzierung: Die günstigen Zinsen täuschen darüber hinweg, dass ein Hauskauf teurer zu stehen kommt, als es auf den ersten Blick aussieht. Viele künftige Hausbesitzer rechnen in den Kaufpreis nicht die einmaligen und laufenden Nebenkosten ein: Einmalige Nebenkosten fallen beim Hauskauf an, laufende entstehen dem Eigentümer als regelmäßige monatliche Belastung.

Achten Sie auf versteckte Kosten beim Hauskauf

Wenn Sie eine Immobilie kaufen, erleben Sie eine euphorische Zeit. Sie verlieben sich in ein Haus, richten im Geist die Zimmer ein und verteilen die Räume unter den Mitgliedern Ihrer Familie.

Sie fühlen sich wie auf der Vorfahrtstraße, mit Vollgas Richtung Zukunft. Doch Stopp! – Haben Sie wirklich alles nüchtern durchgerechnet? Gerade die energischen Temperamente übersehen beim Erwerb von Immobilien gern die einmaligen Nebenkosten. Diese Zusatzkosten können den Kaufpreis in der Summe um einiges nach oben treiben. Haben Sie z.B. an die Notarkosten gedacht?

Der Notar protokolliert den Vertrag und stellt Grundbuchanträge. Die sogenannte Auflassungsvormerkung, die den Käufer sichert, wird später im Grundbuch wieder gelöscht. All diese juristischen Formalien schlagen sich als Notar- und Gerichtskosten nieder und betragen ca. 1,2 % vom Kaufpreis.

Konkret gesprochen: Bei Immobilien im Wert von 200.000 Euro ca. 2400 Euro. Maklergebühren um 3,5 % vom Kaufpreis fallen an, wenn Sie selbst einen Makler eingeschaltet haben. Bei Immobilien, die der Verkäufer über den Makler verkauft, beträgt die Maklerprovision zwischen 4 % und 6 %. Diese wird beim Hauskauf auf den Preis aufgeschlagen. Rechnen Sie also mit zusätzlichen Kosten zwischen 7000 und 12.000 Euro (Immobilien im Wert von 200.000 Euro vorausgesetzt).

Auch der Staat schlägt beim Hauskauf zu, indem er vom Immobilienkäufer die Grunderwerbssteuer fordert. Diese beträgt mindestens 3,5 %, also 7000 Euro, auf 200.000 Euro gerechnet. Die Gebühr für die Vorkaufsrechtsverzichtserklärung (das Wort zeigt an, dass Sie es mit einer Behörde zu tun haben) ist dagegen lächerlich niedrig: 10 Euro kassieren die Gemeinden unabhängig vom Kaufpreis.

Nebenkosten berücksichtigen

Jetzt kommen als als weitere Nebenkosten beim Hauskauf noch die Finanzierungsgebühren hinzu, denn auch die Bank möchte an Ihnen verdienen. Sie betragen zwischen 0,5 % und 2 % der Finanzierungssumme der Immobilien, bei 200.000 Euro zwischen 1000 Euro und 4000 Euro.

Sie sehen: Die einmalige Kosten läppern sich. Vorausgesetzt, Sie haben einen Makler eingeschaltet und finanzieren Immobilien im Wert von 200.000 Euro, ergibt sich eine Summe zwischen 17.410 Euro und 20.410 Euro, die als Nebenkosten zum Kaufpreis hinzukommt. Ohne Makler sind es 10.410 Euro bzw. 13.410 Euro. Dafür bekommen Sie immer noch einen ordentlichen Mittelklassewagen.

Behalten Sie die laufenden Nebenkosten im Auge

Die Finanzierung ist unter Dach und Fach, der Kaufvertrag abgeschlossen und Ihr Traumhaus ordnungsgemäß in Ihre Hand übergegangen. Die Zimmer sind eingerichtet, der Rasen ist gemäht, Sie können sich zurücklehnen: Nie mehr Geldsorgen! Nur ein bezahlbarer, im Lauf der Jahre geringer werdende Abtrag.

Auch dieser träumerische Gedankengang muss leider durch ein paar Alltagserwägungen unterbrochen werden. Die Kosten für Immobilien bestehen nicht allein aus dem Kaufpreis und Ihren monatlichen Ratenzahlungen an die Bank. Kalkulieren Sie bitte auch die laufenden Nebenkosten ein. Als Eigentümer von Immobilien haben Sie einiges mehr zu bezahlen als zu Mieterzeiten. Natürlich fallen die üblichen Nebenkosten wie Strom, Wasser, Abwasser und Heizung an, von denen Sie auch als Mieter geplagt worden sind.

Aber mit der Heizung fängt es an: Mit dem Hauskauf haben Sie eine Heizungsanlage erworben, die gewartet und durchgemessen werden muss und Betriebsstrom verbraucht.

Beim Wasser fallen regelmäßig Eich- und Prüfkosten sowie eventuell auch Kosten für eine Wasseraufbereitungsanlage an. Dazu kommen Kanalgebühren und die Oberflächenentwässerung.

Mit dem Hauskauf sind Sie grundsteuerpflichtig geworden. Die Grundsteuer wird von der Gemeinde erhoben und richtet sich nach der Größe Ihres Grundstücks. Als monatlicher Orientierungswert können 0,19 Euro mit der Quadratmetergröße des Grundstücks multipliziert werden.

Vergessen Sie beim Hauskauf nicht, Ihre Immobilien zu versichern. Eine Gebäudeversicherung ist ebenso notwendig wie eine Haftpflichtversicherung.

Die Gemeinde hält Ihre Straße sauber und entsorgt Ihren Müll: Auch dafür sind Gebühren zu entrichten. Alle zwei Jahre kommt der Schornsteinfeger und misst die Emissionswerte Ihrer Heizanlage. Sie sehen: Es läppert sich mal wieder. Mit dem Kaufpreis und den einmaligen Nebenkosten sind die Auslagen nicht abgedeckt. Immobilien müssen unterhalten werden.

Zwei nützliche Formeln

Ein Hauskauf ist gut kalkuliert, wenn die einmaligen Nebenkosten in den Kaufpreis und die laufenden in den Abtrag eingerechnet worden sind. Für die laufenden monatlichen Kosten gibt es eine grobe Berechnungsformel: Multiplizieren Sie die Wohnfläche Ihres Hauses mit ca. 2 Euro.

Und vergessen Sie nicht, Rücklagen für Reparaturen/Renovierungen zu bilden. Auch hier gibt es eine Formel: Legen Sie 0,50 Euro mal die bewohnte Quadratmeterfläche monatlich zur Seite. Wenn Sie alle Kosten im Auge haben, können Sie sich bequem zurücklehnen und Ihren Hauskauf genießen.

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